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openreli2016 – ein Erfolg?

Mit einem sehr aufschlussreichen und für die Beteiligten inspirierenden Schlussmeeting ging der offizielle Teil des dritten großen, offenen, deutschsprachigen, religionspädagogischen Onlinekurses vorgestern abend zuende.

Da diese – öhm, denkwürdige – Online-Sitzung nicht aufgezeichnet wurde, werde ich hier auf die aus meiner Sicht wichtigen Punkte noch einmal eingehen.

Erträge

Wie aus den gezeigten Beiträgen des Abschlussabends deutlich wurde, erwies sich openreli2016 als produktives, für den Schulunterricht – insbesondere die Aktivierung von SchülerInnen – nützliches Online-Ereignis.

Projekte

Ein besonderes Anliegen der Leitergruppe für diesen Kurs bestand darin, die aktiven Beteiligten nicht “unterwegs zu verlieren”, dh nicht zu überfordern und den Lernparty-Faktor bis zum dicken Ende zu erhalten.

Dies versuchten wir dadurch zu erreichen, dass wir auf große Langzeitprojekte (zB das gemeinschaftliche Entwickeln von komptenzorientierten Unterrichtseinheiten) verzichteten und stattdessen Miniprojekte und Spielwiesen anzubieten.
Aus technischen Gründen klappte nicht alles so wie erhofft, aber ich denke: die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Hier ein Überblick:

  • Religiöse Spuren im Film
    Zu diesem Thema gab es keine Präsenzveranstaltung, doch es wurde eine Seite erstellt,gutevideos auf der man inspirierende Filme eintragen konnte.
    Diese Seite bleibt über das Kursende hinaus bestehen und wächst weiter an. Jeder kann mitmachen.unsichtbarelinie
  • Religiöse Spuren in Bildern und Fotos
    Dieses Projekt startete am 8. März mit technischen Pannen, entwickelte sich dann jedoch kometenartig zum Erfolgsmodell. arto
    Fleißige TeilgeberInnen steuerten immer mehr Bilder bei, so dass eine sehr vielseitige Artothek-Galerie entstand.
    Darüber hinaus setzte ein Kollege dieses Konzept mit seinen Schülern um. Diese suchten in ihrer Lebenswelt nach religiösen Spuren und tauschten sich darüber aus. Dabei entstanden Betrachtungen von eindrücklicher Tiefe.
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  • Religiöse Spuren in Computerspielen
    Bei diesem Miniprojekt lief es fast genau umgekehrt wie bei den religiösen Bildern: Die Referenten zeigten während des Online-Meetings am 2. März, wie manche Computerspiele bis zum Rand mit religiösen Symbolen und Bildwelten angefüllt sind, und boten an, mit den TeilnehmerInnen praktisch dazu zu arbeiten. Doch bei aller Neugier wollte sich kaum jemand auf einen Computerspiele-Workshop einlassen, so dass keine Arbeitsphase zustande kam. 
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  • wunschkonzerttweetWunschkonzert
    Über die in der Überschrift verlinkten Website konnten (und können) Interessierte Lied-Links in ein Formular eintragen, verraten, wo sich Lyrics zu den Titeln finden und ihre Gedanken dazu äußern; auch im Hinblick auf deren unterrichtliche Einsatzfähigkeit.
    Am 8. April kam es zur Aufführung. Hier kann, wer will sich die gefundenen Lieder anhören und anschauen.

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Neben diesen am Thema des Kurses orientierten Projekten gab es noch drei Miniprojekte anderer Art: Sogenannte “Spielwiesen”, in denen nutzbringende Onlinewerkzeuge vorgestellt wurden. – Als da waren:

  • Workshop “Mit Internet-Werkzeugen produktiv werden”
    Für dieses Projekt hatte ich mit Hilfe des im neuen rpi-virtuell enthaltenen Lernmanagement-Systems ein Tutorial entwickelt, in dem bestimmte Tools vorgestellt wurden.
    learningappsappDen meisten Anklang fanden beim Live-Event am 9. März die LearningApps, welche von einigen Teilgebenden später verwendet und in der Schule eingesetzt wurden. Hier ein Beispiel.
    Für alle Interessierten: Bei rpi-virtuell gibt es für die LearningApps eine eigene Gruppe, in der man Arbeitsergebnisse austauschen und sich gegenseitig helfen kann.
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  • Workshop Microsoft OneNote
    Das in kurzer Zeit eminent wichtig und im schulischen Einsatz nützlich gewordene Online- und Offline-Werkzeug von Microsoft wurde in einer eigenen Veranstaltung am 14. März vorgestellt.
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  • Workshop Online-Lernmanagementsysteme (LMS) 
    Auch dieses ein wenig esoterische Thema fand überraschender Weise einige Interessierte. Tatsächlich dürften solche Organisations- und Lernhilfen in den nächsten Jahren an vielen Schulen wichtig werden. Darum erschöpfte sich der Workshop nicht in der LMS-Präsentationsveranstaltung am 16.3.
    Wer immer mehr darüber wissen möchte, kann sich dieses LMS-Tutorial (Stand: 2016) ansehen.

Vorträge

Neben diesen Miniprojekten gab es – wie in früheren openreli-Kursen auch – online-Vortragsveranstaltungen. Diese wurden beim Kursfeedback noch positiver bewertet als die Projekte. Was mich am meisten dabei verblüffte, war, dass der Referent am positivsten bewertet wurde, der überhaupt keinen Vortrag vorbereitet hatte, sondern sich schlicht und einfach den Fragen der Anwesenden stellte.

Damit bestätigte das Feedback die Beobachtungen aus diesem Artikel, in dem ich die einzelnen Referate bzw Gespräche kommentiert hatte. Von dort aus können auch die Videoaufzeichnungen der Vortragsveranstaltungen direkt gestartet werden.

blume-ausschnitt

Dem, was ich damals schrieb möchte ich nur noch als Anregung hinzufügen, dass ein Referent, welcher eine Art Vorlesung zu halten gedenkt, diese vielleicht schon vor dem Online-Meeting bei guter Videoqualität aufzeichne, so dass man – sagen wir – die Hälfte der Zeit der Live-Veranstaltung im Gespräch verbringen könnte.
(Was die daraus resultierenden technischen Fragen für die Dozenten betrifft: Da können wir Nerds vom openreli-Orga-Team mit Rat und Tat sehr wahrscheinlich alle Schwierigkeiten ausräumen.)

Insgesamt gilt für alle Vorträge und Projekte, dass sie nicht einfach “openreli” waren, sondern dass sie weiter bestehen und den 2016er Onlinekurs transzendieren: Denn man kann sich weiter beteiligen, kann weitere Ressourcen hinzufügen oder sich die Meetings und Referate anschauen, da es Aufzeichnungen von allen Treffen gibt.

Resumée

Zweifellos erwies sich openreli2016 für diejenigen, die zupackten, die viel mitnehmen wollten, als hilfreich und inspirierend. Dementsprechend fiel beim Abschlussmeeting auch das Votum der Teilgebenden aus, die nicht zum Organisationsteam gehörten.

Dennoch stellten sich trotz aller Werbung, aller cleverer Ideen, trotz aller Vorbereitungsarbeit wieder dieselben – offensichtlich chronischen – Probleme ein: Es gab nach Einschätzung des Orga-Teams einfach zu wenige aktive Teilgebenden. Fast alle von diesen kannten jemandem aus dem Organisationsteam aus persönlichen Begegnungen oder Präsenzfortbildungen.
Kann man daraus schließen, dass (unsere?) Online-Werbung allenfalls für Lurker reicht? Dass man ein zukünftiges openreli besser als Blended-Learning-Angebot konzipieren sollte, mit einer präsentischen Startsession, um sich besser kennen zu lernen?

Auf dem Weg zu einem wirksamen Fortbildungsformat

lipowsky
Prof. Lipowsky auf der ALPIKA2016 in Kloster Haydau

Einige aus dem Orga-Team hatten in den Tagen vor dem openreli-Abschlussmeeting eine
Tagung im hessischen Kloster Haydau
 besucht, auf der der Kasseler Unterrichtsforscher Frank Lipowsky einen Vortrag zum Thema “Was Fortbildner/-innen über wirksame Lehrerfortbildungen wissen solltengehalten hatte. In dieser Vorlesung erfuhr ich, dass einige meiner geheimsten Befürchtungen bezüglich des Ertrages von On- und Offlinefortbildungen bereits empirisch bestätigt sind.
Lipowsky blieb jedoch nicht beim Trübsalblasen stehen, sondern entwickelte Strategien für wirksame Fortbildungen. Beispielsweise:

  • Wenn du nicht die Ressourcen für eine anderthalbjährige, intensive Fortbildungsreihe hast, dann solltest du darauf verzichten, das Verhalten deiner Lehrkräfte dauerhaft ändern (=”verbessern”) zu wollen.
  • Fasse dein Thema eng, klar und so, dass daraus der zu gewinnende Nutzen unmittelbar erkennbar wird.
  • Mit Nutzen ist nicht nur der Nutzen für die Lehrkraft, sondern genausosehr der für die SchülerInnen gemeint.
  • Verliere nie während deiner Fortbildung diesen Nutzen aus den Augen, sonst verlierst du am Ende deine TeilnehmerInnen.
  • Es ist gut, wenn deine TeilnehmerInnen das Gefühl bekommen, faszinierende Neuigkeiten zu erfahren.
  • Es ist nicht gut, wenn deine TeilnehmerInnen das Gefühl bekommen, dass nichts mehr beim Alten bleibt.

Aus alledem kann man das eine oder andere für openreli lernen. Einiges haben wir bereits beherzigt: ZB lange Durststrecken vom Beginn eines Projektes bis zum erwarteten Nutzen zu vermeiden.

Eine andere Sache, die ich zwar erkannt hatte, die aber noch nicht ganz klappte, bestand in der Auseinandersetzung mit dem sich bei Onlineseminaren einstellenden Gefühl, auf weiter Flur allein(gelassen) zu sein: Nicht nur, dass irgendwie das wachsame Auge einer Lehrkraft oder eines Kursleitenden fehlt; schlimmer noch ist, dass das wirkliche, pralle Leben dem einsamen Voranschreiten in virtuellen Regionen ständig in die Quere kommt.
minibadgeDiesem Problem könnte man, so meine Idee, beikommen, indem man den engagierten TeilgeberInnen in vergleichsweise kurzen Abständen Rückmeldungen gibt: Antworten auf eingesandte Beiträge, Badges (“Medaillen”) für außergewöhnliche Aktivitäten, exklusive Einladungen für virtuelle Soiréen, leckere Gummibärchen, Rabatte auf teure Apps und am Ende vielleicht die Verlosung eines VW Golf an die verdientsten TeilgeberInnen …?
In diesem Zusammenhang horchte ich natürlich auf, als auf der Tagung in Haydau mir gleich mehrere Leute erzählten, wie toll sie gewisse Onlinekurse fanden, an denen sie teilgenommen hatten: ganz “harte” Seminare waren das gewesen: Mit zeitlicher Taktung, regelmäßigen. anspruchsvollen Aufgabenstellungen, deren Ergebnisse jedes Mal kontrolliert wurden, bevor die nächste Lektion freigeschaltet wurde.

finale-tweetAlso fast genau das Gegenteil dessen, was wir bei openreli so beabsichtigen.

Wir nahmen es mit Humor. Frei nach der Maxime: “Wir machen weiter! Auch wenn es keinen interessiert – wir ziehen es durch!” wollen wir den Prinzipien offenen, selbstbestimmten Lernens treu bleiben … naja, auch wenn wir beim nächsten openreli vielleicht eine weniger weitgefasste Themenstellung wählen.

Da gab es beim Abschlussmeeting bereits eine Reihe von Vorschlägen. Wie das bei uns inzwischen Brauch ist, werden wir die endgültige Thematik im Rahmen einer großangelegten Abstimmung festklopfen. Danach wird alles gut.

Und außerdem …

Wer die einschlägigen Statistiken kennt, weiß, dass bei allen sogenannten “massiven Onlinekursen” nur maximal zehn Prozent der Teilnehmenden zu Teilgebenden werden und sich aktiv beteiligen. Da liegen wir prozentual solide im Mittel. – Okay … man kann einen Kurs mit einhundert gemeldeten Teilnehmenden nicht mehr “massiven Onlinekurs” nennen, aber pfeif drauf.

Und außerdem …

… seht euch dieses Feedback und diese Rückmeldungen an:rueckmeldungen

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openreli2016 Traktate

openreli2016: Tagungsdidaktik

Am Ende der zweiten, richtigen openreli-Woche schon mal ein kleines Zwischenfeedback: Alles läuft gut soweit, und besonders stolz bin ich auf meine pfälzischen Kolleginnen, die die Live-Konferenzen auch wirklich live besuchen und mitdiskutieren.

Allerdings führt diese Beobachtung auch gleich schon zu den beiden Problemen, die uns (auf der ALPIKA-Medien-Sitzung, die diese Woche in Villigst stattfand) auffielen:

  1. Geringe Teilnahme an den Live-Events
    Außer den Pfälzerinnen nahm kaum einer der eingeschriebenen 100 Newsletter-Abonnenten (bzw 29 openreli-Gruppen-Aktivisten bei rpi-virtuell)  an den Live-Sessions teil. (Einzige Ausnahme: Zu Insider-Star Khorchide kamen fast 20 Leute, karteileichewobei allerdings eine unbekannte Anzahl der Anwesenden (mindestens 10 am Ende seines Vortrages) nur noch als Karteileichen vorhanden waren). Wenn man berücksichtigt, welche Honorarsummen für die Live-Events geflossen sein müssen, und was für eine Vorarbeit in der Organisation der Vorträge steckt, stellt sich die Frage: Woran liegt es, dass diese durchweg interessanten “Shows” so schwach frequentiert werden?
    Vermutung 1: Es handelt sich um ein PR-Problem. Die Vorträge wurden nicht clever genug beworben.
    Vermutung 2: Es handelt sich um ein Online-Konferenz-Problem: Die Hemmschwelle, an Hangouts/Onlinemeetings teilzunehmen, ist für viele zu groß. Sie lehnen es ab.
    Vermutung 3: Es handelt sich um ein unbekanntes Problem.
    Wer eine einleuchtende(re) Erklärung für dieses rätselhafte Phänomen gefunden hat – bitte unten einen Kommentar schreiben. Das wäre sehr hilfreich!

    [Die Kommentier-Funktion wird nur angezeigt, wenn man diesen Artikel geöffnet hat. Dazu muss man auf den Titel openreli2016: Tagungsdidaktik klicken.]
    • Tagungsdidkaktik
      Auf der ALPIKA-Sitzung wurde auch über die Art und Weise gesprochen, wie die Onlinekonferenzen bzw das Auftreten der Referenten gestaltet waren. Ich versuche unten einmal die unterschiedlichen “Shows” ohne Berücksichtigung ihrer thematischen Ausrichtung leicht überspitzt zu skizzieren:

    Die Lebenssituation von Jugendlichen (Prof. Dr. Hans Hobelsberger) am 18.2.16

    oder: Der Informationsdampfhammer

    In einem weit ausholendem Vortrag mit vielen, detailreichen, text- und diagrammlastigen Folien und zwei Filmen, mit denen er das Vermittelte zu bündeln versuchte, überschwemmte Prof. Hobelsberger sein Auditorium mit statistischen Auswertungen und Analysen. Deswegen kam er relativ spät zum Punkt, nämlich der religiösen Situation von Jugendlichen und denen daraus ableitbaren Konsequenzen für das kirchliche Handeln.

    Ein bischen ernüchternd war am Ende die Einsicht, dass es trotz all der gerade gehörten Evaluationen “den statistischen Schüler” nicht gibt.

    Gottes Spuren im Gehirn? (Michael Blume) am 19.2.16

    oder: Die Folienpresse

    Michael Blume vermittelte seine religionswissenschaftlichen Einsichten mit einem abwechslungs-, bilderreichen und sehr eloquenten Vortrag. Dabei berücksichtigte und beantwortete er permanent die im Chat aufkommenden Fragen. Er erwies sich allerdings auch als grandioser Reiter auf seinem Steckenpferd. Seine gefühlt mehr als 60 Folien presste er in einem energischen Endspurt in den vorgegebenen Zeitrahmen.

    Hat uns diese beschleunigte Wissensvermittlung auch klüger gemacht?

    Barmherzigkeit – Der verborgene Schlüssel für eine christlich-islamische Begegnung? (Prof. Mouhanad Khorchide) am 23.2.16

    oder: Der Hodscha erklärt sein System

    Der Theologe (das Wort muss man bei ihm fast im christlichen Sinne verstehen) und Islamwissenschaftler Khorchide verzichtete ganz auf Folien, so dass eine Situation entstand wie sintemals bei Jesus, dem seine Jünger zu Füßen saßen und ihm anbetungsvoll lauschten.
    Ich weiß nicht, ob die Hörer dieser Onlinekonferenz anbetungsvoll lauschten, denn auf unserer Tagung, auf welcher wir diesem Vortrag im Plenum folgen wollten, erhob sich nach 15 Minuten gegen die holprige Akustik und die (u.a. deshalb) schwer verständliche Sprache ein solcher Widerstand, dass der Ton abgedreht und anschließend kontrovers über den Nutzen und die Nachteile von Onlinekonferenzen diskutiert wurde.
    Währenddessen verfolgte ich den Chatverlauf, bei dem auffiel, dass im Gegensatz zu allen anderen Vorträgen keine einzige TeilnehmerInnenfrage gestellt wurde.

    War außer den Moderatoren keiner mehr da, oder hatten die ZuhörerInnen einen Grad von Erleuchtung erreicht, der alle Fragen hinter sich ließ? Ich habe keinen Schimmer.

    Spurensuche im Buddhismus (Werner Heidenreich) am 24.2.16

    oder: Leer(er), wie ich bin

    W. Heidenreich verzichtete sowohl auf Folien als auch auf einen Vortrag. Dieser “leere” Ansatz entspricht nicht nur seiner buddhistischen Philosophie, durch ihn ergab sich auch schlagartig eine Menge Gesprächsraum. Die buddhistische Spurensuche erhielt die Form einer Frage- und Antwortstunde, wobei Heidenreich sehr selbstsicher eingestand, wenn er etwas nicht wusste.
    Dies führte dazu, dass sich die TeilnehmerInnen intensiver als bei früheren Online-Meetings beteiligten und im Chat Fragen stellten. Durch dieses Q&A-Prinzip wurde auch die Show thematisch in klare Blöcke gegliedert, von denen man ausgehen konnte, dass sie die Zuhörerschaft wirklich interessierten.

    Ist keine Vortragsvorbereitung also die beste Vortragsvorbereitung?

    Lauter offene Fragen! Ich weiß wirklich nicht, welche “Vortrags”-Didaktik die beste war. Darum bitte ich euch, die geneigten LeserInnen, zur Abstimmung:

    Welcher Referent gefällt euch - in didaktischer Hinsicht - am besten?
    • Fuge deine Antwort hinzu

    Vielen Dank, dass du dich an der Abstimmung beteiligt hast!

     

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    Allgemein openreli2016 rpi-virtuell Traktate

    Jetzt aber! Es geht gleich los.

    dontpanicNachdem gestern bei den Organisatoren von openreli noch ein paar dringend benötigte Rechner “abrauchten”, beschlossen wir, für das Startmeeting heute abend auf den Heiligen Geist zu vertrauen und auf die bewährte Technik der kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien/Krems.

    An diesem Startmeeting werden diesmal keine externen Referenten thematische Vorträge halten, denn es gibt auch ohne sie genug zu besprechen.
    Denn sowohl das Konzept von openreli2016 wurde gegenüber openreli2014, nun ja, stark verändert, als auch die Arbeitsumgebung des Kurses.

    Das Konzept

    Im vergangenen openreli-Kurs trat ein Effekt ein, der bei vielen MOOCS zu beobachten ist: Die meisten TeilnehmerInnen melden sich (innerlich) schon nach einer kurzen Info-Phase wieder ab und fühlen sich von den mehrere Wochen dauernden Arbeitsphasen überfordert.

    Logisch: Wenn man irgendwo hinfährt, um die Schulbank zu drücken und unter den Augen einer Lehrkraft Arbeit zu simulieren, ist der Antrieb, die Sache zuende zu bringen, viel größer als wenn man quasi unbeobachtet zuhause vorm Computer sich selbst überlassen bleibt.

    So kam es, dass am Ende von openreli2014 kaum noch einer da war, als wir in der letzten Kurswoche die Feedback-Runde starteten.

    miniprojekte-kl

    Unser neues Konzept beruht auf der Idee, auf längere Arbeitsphasen ganz zu verzichten. Stattdessen gibt es jetzt die Mini-Projekte: Dabei soll es um kleine Arbeitsaufträge mit “intrinsischer Motivation” gehen – also Vorhaben, die der betreffende Teilnehmende schon aufgrund von Spaß und Eigeninteresse gerne macht.

    Musikalisch Interessierte haben zB sicher schon mal darüber nachgedacht, dass das eine oder andere gehörte Lied sie auch irgendwie spirituell anspricht. – Deswegen wird es ein Miniprojekt geben – das Wunschkonzert – , in dem  man solche Lieder gemeinsam anhören und sich darüber austauschen kann. Vielleicht lässt sich das eine oder andere im Religionsunterricht verwenden und eröffnet auch für SchülerInnen ganz neue Zugänge?

    Und während man beim vorigen openreli-Kurs aus der Arbeitsphase mit einem warmen minibadgeHändedruck verabschiedet wurde, wird es diesmal eine Art Leistungsnachweis in Form eines Gestalter-Badges geben.
    Außerdem gibt es in einigen Regionen unseres Veranstaltungsgebietes (=deutschsprachiger Raum) “echte” Zertifizierungsmöglichkeiten (zB EFWI-Teilnahmebescheinigungen in Rheinland-Pfalz), die auch von staatlichen Stellen anerkannt werden.

    Die Arbeitsumgebung

    In openreli2014 spielte sich der ganze Kurs im sogenannten Kursblog ab: einer Website, bei der sich die Teilnehmer durch Kommentare zu den jeweiligen, aktuellen Kursveröffentlichungen zu Wort meldeten.

    Bei openreli2016 wollen wir die Interaktionsmöglichkeiten der Beteiligten stark erweitern. Deswegen erhielt der Kurs eine Doppelstruktur:

    • openrelisiteDie openreli-Website:
      Wie bisher können alle Informationen zu Veranstaltungen, alle erschienenen Newsletter, alle Videokonferenz-Aufzeichnungen von unserer Website abgerufen werden.
    • Die interaktive Seite auf gruppen.rpi-virtuell.de:
      openrelisite2Auf der brandneuen – streng genommen noch in der Beta-Phase befindlichen, neuen Gruppenseite gibt es Gesprächsforen, chats, Dokumente-Ordner und andere Möglichkeiten – zB neue Ideen, Funktionen und Apps auszutauschen, Fotos zu speichern sie zu teilen und sich ganz informell mit anderen TeilnehmerInnen in Verbindung zu setzen.

    Nun mag ja einer fragen: Warum nehmen wir dazu nicht einfach Facebook (oder so)?

    Gute Frage: Im Allgemeinen läuft facebook stabiler als rpi-virtuell, es läuft schneller, und die meisten Leute müssen sich nicht registrieren, weil sie sowieso schon Mitglied sind.

    Jedoch:

    1. werden die Daten bei rpi-virtuell auf deutschen Servern gespeichert. Big brother is entweder gar nicht watching you – oder höchstens illegaler Weise!
      Bei facebook, google & co dagegen behält sich die US-Regierung das Recht vor, alles abzugreifen, was bei ihnen durch die Leitung fließt.
    2. Wer seine rpi-virtuell-Gruppe auf “privat” oder “unsichtbar” einstellt, der hat tatsächlich einen privaten Raum geschaffen, indem das Urheberrecht von innerhalb der Gruppe geteilten Medien keine Rolle spielt. Man ist vor der GEMA und vor Abmahnern geschützt, und zwar durch geltende Gesetze.
    3. Facebook & co kosten nichts, weil sie Nutzerdaten an Werbe-Anbieter weitergeben. Bei rpi-virtuell gibt es keine Werbung und keine Weitergabe von Nutzerdaten. Denn rpi-virtuell wird über Kirchensteuern finanziert.
    4. Neben der Community warten noch ganz andere Leckerlis auf Lehrkräfte und SchülerInnen im Fach Religion: Umfangreiche Materialressourcen, Lernmanagementumgebungen, tages- und zT stundenaktuelle Nachrichten aus den Bereichen von Kirche und Religionspädagogik … schaue einfach mal hier:

    rpineu
    Wohlan, der Worte sind genug gewechselt. Mein Rechner qualmt immer noch, und in, äh, timerbeginnt das Startmeeting.
    Wo ist mein Schraubenschlüssel?