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openreli2016 – ein Erfolg?

Mit einem sehr aufschlussreichen und für die Beteiligten inspirierenden Schlussmeeting ging der offizielle Teil des dritten großen, offenen, deutschsprachigen, religionspädagogischen Onlinekurses vorgestern abend zuende.

Da diese – öhm, denkwürdige – Online-Sitzung nicht aufgezeichnet wurde, werde ich hier auf die aus meiner Sicht wichtigen Punkte noch einmal eingehen.

Erträge

Wie aus den gezeigten Beiträgen des Abschlussabends deutlich wurde, erwies sich openreli2016 als produktives, für den Schulunterricht – insbesondere die Aktivierung von SchülerInnen – nützliches Online-Ereignis.

Projekte

Ein besonderes Anliegen der Leitergruppe für diesen Kurs bestand darin, die aktiven Beteiligten nicht “unterwegs zu verlieren”, dh nicht zu überfordern und den Lernparty-Faktor bis zum dicken Ende zu erhalten.

Dies versuchten wir dadurch zu erreichen, dass wir auf große Langzeitprojekte (zB das gemeinschaftliche Entwickeln von komptenzorientierten Unterrichtseinheiten) verzichteten und stattdessen Miniprojekte und Spielwiesen anzubieten.
Aus technischen Gründen klappte nicht alles so wie erhofft, aber ich denke: die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Hier ein Überblick:

  • Religiöse Spuren im Film
    Zu diesem Thema gab es keine Präsenzveranstaltung, doch es wurde eine Seite erstellt,gutevideos auf der man inspirierende Filme eintragen konnte.
    Diese Seite bleibt über das Kursende hinaus bestehen und wächst weiter an. Jeder kann mitmachen.unsichtbarelinie
  • Religiöse Spuren in Bildern und Fotos
    Dieses Projekt startete am 8. März mit technischen Pannen, entwickelte sich dann jedoch kometenartig zum Erfolgsmodell. arto
    Fleißige TeilgeberInnen steuerten immer mehr Bilder bei, so dass eine sehr vielseitige Artothek-Galerie entstand.
    Darüber hinaus setzte ein Kollege dieses Konzept mit seinen Schülern um. Diese suchten in ihrer Lebenswelt nach religiösen Spuren und tauschten sich darüber aus. Dabei entstanden Betrachtungen von eindrücklicher Tiefe.
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  • Religiöse Spuren in Computerspielen
    Bei diesem Miniprojekt lief es fast genau umgekehrt wie bei den religiösen Bildern: Die Referenten zeigten während des Online-Meetings am 2. März, wie manche Computerspiele bis zum Rand mit religiösen Symbolen und Bildwelten angefüllt sind, und boten an, mit den TeilnehmerInnen praktisch dazu zu arbeiten. Doch bei aller Neugier wollte sich kaum jemand auf einen Computerspiele-Workshop einlassen, so dass keine Arbeitsphase zustande kam. 
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  • wunschkonzerttweetWunschkonzert
    Über die in der Überschrift verlinkten Website konnten (und können) Interessierte Lied-Links in ein Formular eintragen, verraten, wo sich Lyrics zu den Titeln finden und ihre Gedanken dazu äußern; auch im Hinblick auf deren unterrichtliche Einsatzfähigkeit.
    Am 8. April kam es zur Aufführung. Hier kann, wer will sich die gefundenen Lieder anhören und anschauen.

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Neben diesen am Thema des Kurses orientierten Projekten gab es noch drei Miniprojekte anderer Art: Sogenannte “Spielwiesen”, in denen nutzbringende Onlinewerkzeuge vorgestellt wurden. – Als da waren:

  • Workshop “Mit Internet-Werkzeugen produktiv werden”
    Für dieses Projekt hatte ich mit Hilfe des im neuen rpi-virtuell enthaltenen Lernmanagement-Systems ein Tutorial entwickelt, in dem bestimmte Tools vorgestellt wurden.
    learningappsappDen meisten Anklang fanden beim Live-Event am 9. März die LearningApps, welche von einigen Teilgebenden später verwendet und in der Schule eingesetzt wurden. Hier ein Beispiel.
    Für alle Interessierten: Bei rpi-virtuell gibt es für die LearningApps eine eigene Gruppe, in der man Arbeitsergebnisse austauschen und sich gegenseitig helfen kann.
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  • Workshop Microsoft OneNote
    Das in kurzer Zeit eminent wichtig und im schulischen Einsatz nützlich gewordene Online- und Offline-Werkzeug von Microsoft wurde in einer eigenen Veranstaltung am 14. März vorgestellt.
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  • Workshop Online-Lernmanagementsysteme (LMS) 
    Auch dieses ein wenig esoterische Thema fand überraschender Weise einige Interessierte. Tatsächlich dürften solche Organisations- und Lernhilfen in den nächsten Jahren an vielen Schulen wichtig werden. Darum erschöpfte sich der Workshop nicht in der LMS-Präsentationsveranstaltung am 16.3.
    Wer immer mehr darüber wissen möchte, kann sich dieses LMS-Tutorial (Stand: 2016) ansehen.

Vorträge

Neben diesen Miniprojekten gab es – wie in früheren openreli-Kursen auch – online-Vortragsveranstaltungen. Diese wurden beim Kursfeedback noch positiver bewertet als die Projekte. Was mich am meisten dabei verblüffte, war, dass der Referent am positivsten bewertet wurde, der überhaupt keinen Vortrag vorbereitet hatte, sondern sich schlicht und einfach den Fragen der Anwesenden stellte.

Damit bestätigte das Feedback die Beobachtungen aus diesem Artikel, in dem ich die einzelnen Referate bzw Gespräche kommentiert hatte. Von dort aus können auch die Videoaufzeichnungen der Vortragsveranstaltungen direkt gestartet werden.

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Dem, was ich damals schrieb möchte ich nur noch als Anregung hinzufügen, dass ein Referent, welcher eine Art Vorlesung zu halten gedenkt, diese vielleicht schon vor dem Online-Meeting bei guter Videoqualität aufzeichne, so dass man – sagen wir – die Hälfte der Zeit der Live-Veranstaltung im Gespräch verbringen könnte.
(Was die daraus resultierenden technischen Fragen für die Dozenten betrifft: Da können wir Nerds vom openreli-Orga-Team mit Rat und Tat sehr wahrscheinlich alle Schwierigkeiten ausräumen.)

Insgesamt gilt für alle Vorträge und Projekte, dass sie nicht einfach “openreli” waren, sondern dass sie weiter bestehen und den 2016er Onlinekurs transzendieren: Denn man kann sich weiter beteiligen, kann weitere Ressourcen hinzufügen oder sich die Meetings und Referate anschauen, da es Aufzeichnungen von allen Treffen gibt.

Resumée

Zweifellos erwies sich openreli2016 für diejenigen, die zupackten, die viel mitnehmen wollten, als hilfreich und inspirierend. Dementsprechend fiel beim Abschlussmeeting auch das Votum der Teilgebenden aus, die nicht zum Organisationsteam gehörten.

Dennoch stellten sich trotz aller Werbung, aller cleverer Ideen, trotz aller Vorbereitungsarbeit wieder dieselben – offensichtlich chronischen – Probleme ein: Es gab nach Einschätzung des Orga-Teams einfach zu wenige aktive Teilgebenden. Fast alle von diesen kannten jemandem aus dem Organisationsteam aus persönlichen Begegnungen oder Präsenzfortbildungen.
Kann man daraus schließen, dass (unsere?) Online-Werbung allenfalls für Lurker reicht? Dass man ein zukünftiges openreli besser als Blended-Learning-Angebot konzipieren sollte, mit einer präsentischen Startsession, um sich besser kennen zu lernen?

Auf dem Weg zu einem wirksamen Fortbildungsformat

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Prof. Lipowsky auf der ALPIKA2016 in Kloster Haydau

Einige aus dem Orga-Team hatten in den Tagen vor dem openreli-Abschlussmeeting eine
Tagung im hessischen Kloster Haydau
 besucht, auf der der Kasseler Unterrichtsforscher Frank Lipowsky einen Vortrag zum Thema “Was Fortbildner/-innen über wirksame Lehrerfortbildungen wissen solltengehalten hatte. In dieser Vorlesung erfuhr ich, dass einige meiner geheimsten Befürchtungen bezüglich des Ertrages von On- und Offlinefortbildungen bereits empirisch bestätigt sind.
Lipowsky blieb jedoch nicht beim Trübsalblasen stehen, sondern entwickelte Strategien für wirksame Fortbildungen. Beispielsweise:

  • Wenn du nicht die Ressourcen für eine anderthalbjährige, intensive Fortbildungsreihe hast, dann solltest du darauf verzichten, das Verhalten deiner Lehrkräfte dauerhaft ändern (=”verbessern”) zu wollen.
  • Fasse dein Thema eng, klar und so, dass daraus der zu gewinnende Nutzen unmittelbar erkennbar wird.
  • Mit Nutzen ist nicht nur der Nutzen für die Lehrkraft, sondern genausosehr der für die SchülerInnen gemeint.
  • Verliere nie während deiner Fortbildung diesen Nutzen aus den Augen, sonst verlierst du am Ende deine TeilnehmerInnen.
  • Es ist gut, wenn deine TeilnehmerInnen das Gefühl bekommen, faszinierende Neuigkeiten zu erfahren.
  • Es ist nicht gut, wenn deine TeilnehmerInnen das Gefühl bekommen, dass nichts mehr beim Alten bleibt.

Aus alledem kann man das eine oder andere für openreli lernen. Einiges haben wir bereits beherzigt: ZB lange Durststrecken vom Beginn eines Projektes bis zum erwarteten Nutzen zu vermeiden.

Eine andere Sache, die ich zwar erkannt hatte, die aber noch nicht ganz klappte, bestand in der Auseinandersetzung mit dem sich bei Onlineseminaren einstellenden Gefühl, auf weiter Flur allein(gelassen) zu sein: Nicht nur, dass irgendwie das wachsame Auge einer Lehrkraft oder eines Kursleitenden fehlt; schlimmer noch ist, dass das wirkliche, pralle Leben dem einsamen Voranschreiten in virtuellen Regionen ständig in die Quere kommt.
minibadgeDiesem Problem könnte man, so meine Idee, beikommen, indem man den engagierten TeilgeberInnen in vergleichsweise kurzen Abständen Rückmeldungen gibt: Antworten auf eingesandte Beiträge, Badges (“Medaillen”) für außergewöhnliche Aktivitäten, exklusive Einladungen für virtuelle Soiréen, leckere Gummibärchen, Rabatte auf teure Apps und am Ende vielleicht die Verlosung eines VW Golf an die verdientsten TeilgeberInnen …?
In diesem Zusammenhang horchte ich natürlich auf, als auf der Tagung in Haydau mir gleich mehrere Leute erzählten, wie toll sie gewisse Onlinekurse fanden, an denen sie teilgenommen hatten: ganz “harte” Seminare waren das gewesen: Mit zeitlicher Taktung, regelmäßigen. anspruchsvollen Aufgabenstellungen, deren Ergebnisse jedes Mal kontrolliert wurden, bevor die nächste Lektion freigeschaltet wurde.

finale-tweetAlso fast genau das Gegenteil dessen, was wir bei openreli so beabsichtigen.

Wir nahmen es mit Humor. Frei nach der Maxime: “Wir machen weiter! Auch wenn es keinen interessiert – wir ziehen es durch!” wollen wir den Prinzipien offenen, selbstbestimmten Lernens treu bleiben … naja, auch wenn wir beim nächsten openreli vielleicht eine weniger weitgefasste Themenstellung wählen.

Da gab es beim Abschlussmeeting bereits eine Reihe von Vorschlägen. Wie das bei uns inzwischen Brauch ist, werden wir die endgültige Thematik im Rahmen einer großangelegten Abstimmung festklopfen. Danach wird alles gut.

Und außerdem …

Wer die einschlägigen Statistiken kennt, weiß, dass bei allen sogenannten “massiven Onlinekursen” nur maximal zehn Prozent der Teilnehmenden zu Teilgebenden werden und sich aktiv beteiligen. Da liegen wir prozentual solide im Mittel. – Okay … man kann einen Kurs mit einhundert gemeldeten Teilnehmenden nicht mehr “massiven Onlinekurs” nennen, aber pfeif drauf.

Und außerdem …

… seht euch dieses Feedback und diese Rückmeldungen an:rueckmeldungen

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Religionspädagogische Notizen rpi-virtuell Traktate

Gibt es wirklich eine Online-Kursplattform bei rpi-virtuell??

In der letzten Zeit ist es zu einigen rasanten Linkveränderungen bei rpi-virtuell gekommen. Darum eine gute und eine schlechte Nachricht – und dann noch eine gemeine.

  1. die gute: Es gibt tatsächlich eine rpi-virtuell-eigene Lernumgebung, beruhend auf einem leistungsstarken WordPress-Plugin namens LearnDash.
  2. die schlechte: Sie ist nicht mehr da zu finden, wo sie mal war, und der aktuelle Link im rpi-virtuell-ÜBER-Menü führt ins Leere.smiley-226769_640
  3. die gemeine: ich weiß, wo sie zu finden ist verrate es aber nicht. Wer aber das folgende Quiz lösen kann, der wird es erfahren!

    Die Knackfrage!

    Wer das rauskriegt, erhält schon jetzt einen Einblick in die LearnDash-Kurse!

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Allgemein openreli2016 rpi-virtuell Traktate

Jetzt aber! Es geht gleich los.

dontpanicNachdem gestern bei den Organisatoren von openreli noch ein paar dringend benötigte Rechner “abrauchten”, beschlossen wir, für das Startmeeting heute abend auf den Heiligen Geist zu vertrauen und auf die bewährte Technik der kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien/Krems.

An diesem Startmeeting werden diesmal keine externen Referenten thematische Vorträge halten, denn es gibt auch ohne sie genug zu besprechen.
Denn sowohl das Konzept von openreli2016 wurde gegenüber openreli2014, nun ja, stark verändert, als auch die Arbeitsumgebung des Kurses.

Das Konzept

Im vergangenen openreli-Kurs trat ein Effekt ein, der bei vielen MOOCS zu beobachten ist: Die meisten TeilnehmerInnen melden sich (innerlich) schon nach einer kurzen Info-Phase wieder ab und fühlen sich von den mehrere Wochen dauernden Arbeitsphasen überfordert.

Logisch: Wenn man irgendwo hinfährt, um die Schulbank zu drücken und unter den Augen einer Lehrkraft Arbeit zu simulieren, ist der Antrieb, die Sache zuende zu bringen, viel größer als wenn man quasi unbeobachtet zuhause vorm Computer sich selbst überlassen bleibt.

So kam es, dass am Ende von openreli2014 kaum noch einer da war, als wir in der letzten Kurswoche die Feedback-Runde starteten.

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Unser neues Konzept beruht auf der Idee, auf längere Arbeitsphasen ganz zu verzichten. Stattdessen gibt es jetzt die Mini-Projekte: Dabei soll es um kleine Arbeitsaufträge mit “intrinsischer Motivation” gehen – also Vorhaben, die der betreffende Teilnehmende schon aufgrund von Spaß und Eigeninteresse gerne macht.

Musikalisch Interessierte haben zB sicher schon mal darüber nachgedacht, dass das eine oder andere gehörte Lied sie auch irgendwie spirituell anspricht. – Deswegen wird es ein Miniprojekt geben – das Wunschkonzert – , in dem  man solche Lieder gemeinsam anhören und sich darüber austauschen kann. Vielleicht lässt sich das eine oder andere im Religionsunterricht verwenden und eröffnet auch für SchülerInnen ganz neue Zugänge?

Und während man beim vorigen openreli-Kurs aus der Arbeitsphase mit einem warmen minibadgeHändedruck verabschiedet wurde, wird es diesmal eine Art Leistungsnachweis in Form eines Gestalter-Badges geben.
Außerdem gibt es in einigen Regionen unseres Veranstaltungsgebietes (=deutschsprachiger Raum) “echte” Zertifizierungsmöglichkeiten (zB EFWI-Teilnahmebescheinigungen in Rheinland-Pfalz), die auch von staatlichen Stellen anerkannt werden.

Die Arbeitsumgebung

In openreli2014 spielte sich der ganze Kurs im sogenannten Kursblog ab: einer Website, bei der sich die Teilnehmer durch Kommentare zu den jeweiligen, aktuellen Kursveröffentlichungen zu Wort meldeten.

Bei openreli2016 wollen wir die Interaktionsmöglichkeiten der Beteiligten stark erweitern. Deswegen erhielt der Kurs eine Doppelstruktur:

  • openrelisiteDie openreli-Website:
    Wie bisher können alle Informationen zu Veranstaltungen, alle erschienenen Newsletter, alle Videokonferenz-Aufzeichnungen von unserer Website abgerufen werden.
  • Die interaktive Seite auf gruppen.rpi-virtuell.de:
    openrelisite2Auf der brandneuen – streng genommen noch in der Beta-Phase befindlichen, neuen Gruppenseite gibt es Gesprächsforen, chats, Dokumente-Ordner und andere Möglichkeiten – zB neue Ideen, Funktionen und Apps auszutauschen, Fotos zu speichern sie zu teilen und sich ganz informell mit anderen TeilnehmerInnen in Verbindung zu setzen.

Nun mag ja einer fragen: Warum nehmen wir dazu nicht einfach Facebook (oder so)?

Gute Frage: Im Allgemeinen läuft facebook stabiler als rpi-virtuell, es läuft schneller, und die meisten Leute müssen sich nicht registrieren, weil sie sowieso schon Mitglied sind.

Jedoch:

  1. werden die Daten bei rpi-virtuell auf deutschen Servern gespeichert. Big brother is entweder gar nicht watching you – oder höchstens illegaler Weise!
    Bei facebook, google & co dagegen behält sich die US-Regierung das Recht vor, alles abzugreifen, was bei ihnen durch die Leitung fließt.
  2. Wer seine rpi-virtuell-Gruppe auf “privat” oder “unsichtbar” einstellt, der hat tatsächlich einen privaten Raum geschaffen, indem das Urheberrecht von innerhalb der Gruppe geteilten Medien keine Rolle spielt. Man ist vor der GEMA und vor Abmahnern geschützt, und zwar durch geltende Gesetze.
  3. Facebook & co kosten nichts, weil sie Nutzerdaten an Werbe-Anbieter weitergeben. Bei rpi-virtuell gibt es keine Werbung und keine Weitergabe von Nutzerdaten. Denn rpi-virtuell wird über Kirchensteuern finanziert.
  4. Neben der Community warten noch ganz andere Leckerlis auf Lehrkräfte und SchülerInnen im Fach Religion: Umfangreiche Materialressourcen, Lernmanagementumgebungen, tages- und zT stundenaktuelle Nachrichten aus den Bereichen von Kirche und Religionspädagogik … schaue einfach mal hier:

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Wohlan, der Worte sind genug gewechselt. Mein Rechner qualmt immer noch, und in, äh, timerbeginnt das Startmeeting.
Wo ist mein Schraubenschlüssel?

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Allgemein rpi-virtuell Traktate

Blog-Umzug

Henschel-Möbelwagen – Von ChristosV | CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eigentlich wollte ich ja einen großartigen Artikel zur Eröffnung von openreli 2016 am Mittwoch schreiben, aber nun habe ich erfahren, dass dieser Blog aufgrund des Umbaus von rpi-virtuell gerade umgezogen wird.

Und dabei festgestellt, dass – um im Bild zu bleiben – ein Großteil der Umzugskisten versehentlich nicht an die Bestimmungsadresse geliefert wurde, sondern irgendwo andershin.

Solange diese und andere Hindernisse nicht aus dem Weg geräumt sind, macht es wenig Sinn zu bloggen: Was ich in den alten Blog schreibe, geht vielleicht verloren, und was ich in den neuen schreibe, liest wegen der “unaufgeräumten Wohnung” vielleicht keiner.

Hier jedenfalls die neue URL der religionspädagogischen Notizen:

deuxpont.reliwerk.de

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Religionspädagogische Notizen rpi-virtuell Traktate

reliwerk oder rpi-virtuell?

reliwerk-rpii-blogbild

Während der Aufbau der neuen, WordPress-gestützten, religionspädagogischen Plattform im Internet mit großen Schritten voranschreitet, stellt sich zunehmend dringlich eine Frage, die die alten rpi-virtuell-Nerds ganz unerwartet traf:

Soll rpi-virtuell einen neuen Namen (“reliwerk“) erhalten?

In diesem Beitrag werde ich die Argumente für und gegen eine Namensänderung aufzählen.Wer will, kann sich unten an einer Abstimmung beteiligen.

Für die Namensänderung spricht:

1. Geänderte Fakten

“rpi-virtuell” war einst als “religionspädagogisches Institut im virtuellen Raum” gestartet, wie in diesem Video von vor drei Jahren erklärt wurde:

Doch inzwischen ist – rein verwaltungstechnisch – klargestellt, dass rpi-virtuell lediglich die religionspädagogische Web2-Präsenz des Comenius-Instituts ist – dass es also keine Konkurrenz für die landeskirchlichen, religionspädagogischen Institute, sondern eine Art unterstützenden Service darstellt, damit nicht jedes Landeskircheninstitut eine eigene, komplette Online-Infrastruktur aufbauen muss.
Dieser veränderten Rolle trägt der Name “reliwerk” Rechnung: Als Online-Community, in der gewerkelt – nämlich Material und Informationen beschafft sowie in Gruppen und Kursen zusammengearbeitet wird.

2. Es schreibt sich schneller:

Wir leben im App-Zeitalter. Vom Softwaredesign her bedeutet dies: Direkte, unkomplizierte Abläufe, kurze Namen. Jemand, der viel mit rpi-virtuell gearbeitet hat (wie zB ich), empfand den Namen beim Eintippen von Links oder beim Tippen in die Adressleiste des Browsers zunehmend als lästigen Wortwurm. reliwerk geht viel einfacher.
Schreibt sich praktisch von selbst.

Gegen die Namensänderung spricht:

1. Eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert

Wer sich den obigen Video angesehen hat, muss zugeben: In den Grundfunktionen – den Serviceleistungen für Lehrkräfte und Schüler – ändert sich auch beim neuen “reliwerk” wenig. Die Anpassung an mobile Geräte und Apps führt zwar zu einer neuen Oberfläche und einer geänderten Bedienung, aber nach wie vor geht es um Materialbeschaffung, Zusammenarbeit in geschützten Gruppen und Kursen und um den Austausch von Neuigkeiten.
Die Beibehaltung von rpi-virtuell als Name wäre als Signal zu verstehen, dass das Serviceangebot für “die Kundschaft” trotz äußerlicher Veränderungen in verbesserter Form erhalten bleibt.

2. Die bewährte Marke rpi-virtuell gibt es seit ca. 20 Jahren.

Es ist eine Traditionsmarke, fast wie Coca-Cola oder Apple.
Wenn man das ändert, bricht möglicherweise Kundschaft weg – egal, wie clever man den neuen Namen bewirbt.

Soweit die Argumente, die mir eingefallen sind. Falls dir noch weitere (dafür oder dagegen) in den Sinn kommen, würde ich mich über einen Kommentar freuen.
Unabhängig davon beteiligt euch bitte zahlreich an der Abstimmung

Möchtest du / möchten Sie, dass die teilnehmenden ALPIKA Medien-Mitglieder beschließen, dass die Tagung in Braunschweig aufgrund der Covid-17-Risiken in eine Online-Tagung umgewandelt wird?
7 votes · 7 answers
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digitales Relibuch openreli2014 rpi-virtuell Traktate

Diskurs: Verschulte LMS oder “Lernen in verteilten Systemen”?

lmsvsnolvsLese- und Mitdiskutiertipp:

http://blog.digitales-religionsbuch.de/2014/12/lernmanagement-systeme-oder-lernen-in-verteilten-systemen/

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digitales Relibuch openreli2014 rpi-virtuell Unterrichtsideen

relipuls statt Digitales Religionsbuch?

Kaum zu glauben!

Openreli2014 läuft. Im Eröffnungshangout waren ca. 20% der angemeldeten openreli’er dabei, und von denen interessierten sich ca. 50% für das Digitale Religionsbuch – dies ist mit Abstand das interessanteste Thema – jedenfalls laut Umfrage.

Das Digitale Religionsbuch (DR) stand von Anfang an auf der Agenda von openreli2014, denn seine Entwicklung war das greifbarste Kursergebnis von openreli2013. Am Ende des MOOCs gab es eine tiefgreifende, theoretische Diskussion darum, wie kompetenzorientierte Einheiten im DR  gefeatured werden sollten. Nur: irgendwie ebbte die Begeisterung – und die Diskussion nach dem Ende von openreli2013 schnell ab – und dann kam für lange Zeit fast nichts mehr.

Stattdessen tauchte plötzlich relipuls wie ein Stern am Himmel des Orients auf, dem die Weisen bekanntlich folgen. Relipuls liefert auf der Basis aktueller Pressemeldungen oder aktueller Ideen der Redakteure Impulse – man könnte auch sagen: Anforderungssituationen, die hervorragend als Einstieg zu bestimmten Unterrichtssequenzen geeignet sind -, dazu ein paar Vorschläge zur Weiterarbeit, ganz ähnlich wie es auch der religionspädagogische Blog aus Thüringen und Sachsen Anhalt, web.competent, tut. Was fehlt, ist die Reflexion, die überaus knifflige, kompetenzorientierte Weiterentwicklung solcher Anfangsknaller – also die Überlegung: Wo soll das alles enden? Welche Kompentenzen sollen die Schülerinnen und Schüler erwerben, welche Wege sollen sie bis dorthin zurücklegen und welche Mittel dabei einsetzen?

Mir stellt sich die Sache so dar: Zu Beginn von openreli2014 haben wir zwei Spatzen in der Hand und eine Taube auf dem Dach:

Die Spatzen in der Hand
sind gut einsetzbar. Schüler springen darauf an. Es gibt Diskussionsstoff – aber reicht das für mehr als für eine Vertretungsstunde? Wenn ja, dann muss die Lehrkraft aus eigener Kraft weiterarbeiten, muss auswerten, wie die SchülerInnen auf den Anfangsimpuls reagierten, feststellen, welches Vorwissen vorhanden ist und welche Einstellungen. Auf dieser Wissensbasis kann die Lehrkraft die noch fehlenden von den schon vorhandenen Kompetenzen unterscheiden und die Weichen für den weiteren Unterricht stellen. Das ist wunderbar kompetenzorientiert, aber ganz schön aufwändig.

Die Taube auf dem Dach
Wie schön wäre es darum, wenn es ein Buch gäbe, das mir den ganzen Aufwand ersparte! Ein Buch, das mich Lehrkraft mit sicherem Schritt durch die tückischen Fährnisse der Kompetenzorientierung leitet, das zur rechten Zeit die richtige Methode und das passende Material liefert, so dass ein offener, schülerbezogener Unterricht quasi aus der Retorte hervorgezaubert werden kann.

Ach, das wäre schön.

Aber je länger ich die Entwicklung des DR (durchaus wohlwollend) beobachte und begleite: Ich fürchte, so wird das nichts.

Meine Begründung:

Im Gegensatz zu professionellen, bezahlten Religionsbuch-Entwicklern kann das Häuflein von OER-Produzenten nicht die Zeit und die Mühe aufbrignen, richtig große, dazu differenzierte und offene Konzepte zu entwickeln. Auch in der vierzehntägigen openreli-Produktionsphase werden wohl eher kleine Brötchen gebacken werden. Meistens ist es eine Idee, die didaktisch, auch kompetenzorientiert, umgesetzt wird. Heraus kommen nicht die großen Würfe, sondern die kleinen Bits.

Vielleicht sollte man sich damit zufrieden geben. Denn kompetenzorientierter Unterricht ist schon von seiner Natur her in höchstem Maße flexibel und differenziert anzulegen: Im Fach Religion lässt sich der Verlauf einer solchen Unterrichtseinheit gar nicht wirklich vorhersehen, was auch meistens dazu führt, dass die Religionslehrkräfte irgendwann vom Stoff der (bisher noch papierenen) Religionsbücher abweichen und zu selbst gewählten oder erzeugten Materialien bzw Methoden greifen.

Vielleicht sollten wir uns auf diese Bits konzentrieren, wenn wir im Rahmen von openreli am DR weiterwerkeln. Gut wäre es allerdings, wenn wir unsere Bits mit Anschlussmöglichkeiten versehen, also angeben, in welchen Zusammenhängen sie eingesetzt werden können. Vielleicht kommt ja eines Tages ein echter Pipeliner, der die Bits genial zu kompetenzorientierten Lernprozess-Stützen zusammensteckt.
Das Angeben der Anschlussmöglichkeiten ist auch nützlich für die Auffindbarkeit der Materialien. Denn was in relipuls und in web.competent veröffentlicht wird, landet auch im rpi-virtuell Materialpool und ist dort trefflich verschlagwortet. Dieser Materialpool, ein gigantisch starkes Werkzeug, hat zZ den Nachteil, nicht “responsive”, also für mobile Geräte anpassbar zu sein. Ich finde, ein DR muss unbedingt eine responsive Zugriffsmöglichkeit auf den Materialpool enthalten, ebenso wie jedes gute Religionsbuch einen thematischen und lexikaischen Index enthält.

Ich komme zum Schluss:

  1. Es ist schön, wenn das DR intensive Reflexionen, Tipps und fortlaufende Diskussionen über guten, komptenzorientierten Religionsunterricht enthält.
  2. Neben diesen Reflexionen sollten im digitalen Religionsbuch all die vielen Entwürfe, Impulse und Ideen gesammelt werden, die schon im Umlauf sind, selbst wenn diese keine kompletten Unterrichtseinheiten darstellen.
  3. Ganz wichtig scheint mir eine exzellente Nachschlagefunktion zu sein: Wer das DR benutzen will, fragt entweder nach einer Kompetzenz oder einem Thema, einer Bibelstelle oder einer zu behandelnden Person: Da muss die Suchfunktion differenzierte Antworten liefern.

Kurzum: Wenn das DR in openreli2014 wirklich die Rolle spielen soll, die es in den Augen der Teilnehmgebenden derzeit besitzt, dann sollten wir den Griff zu den Spatzen in der Hand, zu den kleinen Brötchen wagen und das Buch endlich mit Inhalten auffüllen.

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Religionspädagogische Notizen rpi-virtuell

Erster Hangout zur Weiterentwicklung von rpi-virtuell

Es ist wieder passiert. Nicht zum ersten Mal, seit ich mit Jörg Lohrer und Joachim Happel zu tun habe: Mir flog heute voll das Blech weg, als ich zu begreifen begann, was für ein Hochleistungstool dieser neue rpi-virtuell-Blogserver ist, der wahrscheinlich die Basis für die kommende rpi-virtuell-Version bilden wird.

Aus dem obenstehenden Video geht das noch gar nicht richtig hervor. Immerhin wurde mir schnell klar, dass der Blogserver vorneweg so ziemlich alles bietet, was bei der neuen religionspädagogischen Website meiner Landeskirche gerade mühsam zusammengezimmert wird.
Nach dem Ende des offiziellen Hangouts unterhielt sich Joachim eine ganze Weile mit mir, und ich lernte, dass der Blogserver noch weit größeres Potential besitzt.

Grundsätzlich gilt natürlich: Alles muss noch ausprobiert werden. Der Teufel steckt im Detail. Aber wenn die eingebauten Features und die bereits zur Verfügung stehenden Plugins halten, was sie versprechen, dann kann man mit dem Blogserver

  • Blogs und Unterblogs erstellen, jeweils mit Foren, Mitgliederverwaltung, also einer ganzen Communitysektion,
  • Alles nicht nur am PC, sondern auch an mobilen Endgeräten verwenden,
  • Beratungen via Hangout, Chat, Foren anbieten
  • Veranstaltungsmanagement (Event Kalender, mit einer Schnittstelle zu Google Calendar)
  • Teamarbeit-Funktionen bereitstellen, bei denen man online zusammenarbeiten kann, indem man gemeinschaftlich quasi auf dem lokalen Rechner eines Teilnehmers arbeitet… ich habe es selbst erlebt, aber noch nicht verstanden, wie es funktionierte.
  • Datenbanken einbinden
  • Völlig neue Beitragstypen erfinden, was derzeit noch meine Vorstellungskraft übersteigt, obwohl wir damit schon herumexperimentierten.
  • Von so gewöhnlichem Kram wie dem Einbinden von Twitter- und News-Streams o.ä. will ich erst gar nicht anfangen.
Link zum Original bei deviantart
(c) Xavier Cardoso, Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0

Bisher war das meiste davon Science-Fiction für mich. Klar, große Webseitenanbieter konnten das. Aber wir Winzlinge doch nicht. Jetzt hat Joachim mir zum Entwickeln daran Rechte verliehen. Ich bin noch ganz überwältigt und komme mir vor wie ein Zauberlehrling. Ich kann jetzt herumfuhrwerken wie doll, muss aber höllisch aufpassen, dass ich nichts kaputt mache. Trotzdem finde ich Joachims Vertrauen gut (auch wenn es zu groß sein sollte), denn das ist die Erfahrung, die ich auch bei meinen Grundschülern mache: Je mehr man ihnen zutraut, umso schneller wachsen sie an den ihnen gestellten Anforderungen, und bei den allermeisten ändert sich die Haltung zum Unterricht: vom zwangsweise konsumierend-aufsässigen Pennäler zum souverän-selbstbewussten Teammitglied, das sich seines Wertes und seiner Fähigkeiten bewusst ist.

Damit sind wir schon beim zweiten Punkt angelangt, über den Joachim und ich lange sprachen: Was soll beim Religionsunterricht herauskommen, so am Ende einer Lernsequenz?

Taten, Leben!

Im Gegensatz zu Mathe geht es in Reli um Lebensbefähigung und nicht um Lernkontroll-Befähigung – selbst wenn man gelegentlich Lernkontrollen braucht. Aber sie dürfen nicht das Ende sein. Auch an diesem Punkt zeigte mir Joachim, dass es Hilfen im Internet gibt, mit denen Religionslehrkräfte und ihre SchülerInnen neue Wege beschreiten können. Es fehlt an dieser Stelle aber noch viel. Es wird wohl unsere Aufgabe zu sein, viele tolle Ideen, die es im Internet und auch in unserer eigenen Schul-Erfahrung gibt, zu sammeln und Lehrkräften als Möglichkeiten vorzustellen, wie sich religiöse Kompetenzen in die Praxis umsetzen lassen.

Ah, übrigens: Wir haben beschlossen, diesen rpi-virtuell-Konzeptions-Hangout bis auf weiteres jeden Donnerstag um 15 Uhr zu wiederholen.
Nehmt euch Zeit und kommt zuhauf, Leute! Überlasst die rpi-virtuell-Gestaltung nicht uns Nerds!