Die Erzählung von Weihnachten (für Klasse 2 bis 6)

Didaktische Vorbemerkung:
Als möglichst sauber arbeitender Bibelexeget ist mir das Erstellen der untenstehenden Weihnachtsgeschichte schwer gefallen, denn ich bringe ungern die Erzählstränge der unterschiedlichen Evangelien durcheinander. Die untenstehende Geschichte stützt sich weitgehend auf die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums, enthält aber einen Abschnitt aus dem Matthäusevangelium über die Weisen aus dem Morgenland. Weise und Hirten erfüllen erzähltechnisch die gleiche Funktion: die der Geburts-Zeugen, welche nicht nur die Tatsache der Geburt Jesu belegen, sondern auch die Bedeutung dieses Ergeignisses (Geburt des Retters) ermessen können. Der Grund dafür, dass ich diese Dopplung in die Geschichte aufgenommen habe, liegt im schulischen Kontext: Es geht hier weniger darum, die Weihnachtsgeschichte zu verkünden wie sie Matthäus oder wie sie Lukas berichteten, sondern darum, dass die Schulkinder einzelne Elemente aus den Weihnachtskrippen in der Weihnachtserzählung wiederfinden und später szenisch rekonstruieren können.

Die Geschichte ist so aufgebaut, dass sich die einzelnen Textabschnitte in einzelne Szenen zerlegen lassen. Damit werden sowohl Zuordnungsmöglichkeiten als auch szenische Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen. Eine Druckversion samt bebildertem Krippen-Anhang findet sich hier.

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa geschickt, die heißt Nazareth. Dort besuchte er eine Jungfrau. Die war einem Mann namens Josef versprochen. Diese Jungfrau hieß Maria.
Der Engel sagte: „Sei gegrüßt, du Glückliche! Gott ist mit dir.“
Maria bekam einen Schreck und dachte: „Was soll denn das?“
Der Engel sagte: „Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden.
Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Man wird ihn den ‚Sohn Gottes‘ nennen. Gott wird ihn zum König machen, und sein Königreich wird niemals enden.“
Da sprach Maria zu dem Engel: „Wie soll das funktionieren? Ich habe noch nie mit einem Mann geschlafen.“
Der Engel antwortete: „Der Heilige Geist wird über dich kommen. Darum wird man den Menschen, den du auf die Welt bringst, Sohn Gottes nennen.“
Schließlich sagte Maria: „Ich tue, was Gott will. So soll es geschehen.“

Der römische Kaiser Augustus wollte wissen, wie viele Steuerzahler in seinem Land lebten. Deswegen musste jeder in seine Heimatstadt kommen und sich in eine Steuerliste eintragen lassen.
Darum ging Josef, der in Nazareth wohnte, in seine Heimatstadt Bethlehem, um sich zusammen mit Maria, seiner Verlobten in die Liste eintragen zu lassen. Maria aber war schwanger.
Als sie hinkamen, bekam sie Wehen. Sie fanden kein Hotelzimmer, und ein Krankenhaus gab es auch nicht.
Trotzdem brachte Maria ihren ersten Sohn zur Welt. Den legte sie in eine Futterkrippe, denn sie hatte kein Kinderbett.

In der Nähe befanden sich Hirten bei ihren Schafen. Da erschien ihnen ein Engel.
Der sagte: „Habt keine Angst! Ich bringe euch eine Freudenbotschaft: Heute nacht ist der Retter geboren worden: Christus, der Herr, in der Stadt Davids! Ihr könnt das selber überprüfen: Wenn ihr dort hingeht, werdet ihr ein Kind liegen, das Windeln anhat und in einer Viehkrippe liegt.“
Da beschlossen die Hirten, nach Bethlehem zu gehen und nachzuschauen.
Sie wanderten zur Stadt und fanden Maria, Josef und das Jesuskind, das in einer Krippe lag.
Da wunderten sie sich und erzählten allen Leuten, was sie erlebt hatten. Danach gingen sie zurück zu ihrer Schafherde.
Maria aber merkte sich alles genau.

Es kamen auch weise Männer aus dem Osten zu Maria, die das Jesuskind im Arm hielt.
Die Männer fielen auf die Knie, beteten Jesus an und gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geburtstagsgeschenk.
Danach kehrten sie zurück in ihr Land.

In der darauffolgenden Nacht hatte Josef einen Traum. Der Engel Gottes sagte zu ihm:
„Steh gleich auf und wecke Maria! Dann packt eure Sachen und flieht nach Ägypten! Der König Herodes will euer Kind umbringen!“
Maria und Josef brachen noch in der Nacht nach Ägypten auf.
Dort blieben sie, bis der König Herodes gestorben war.

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