Marys Boychild 01 – Vorüberlegungen

(Als Ouverture zwei Marien-Filme, die, sagen wir mal, in gleicher Weise musikalisch berührend und sachlich präzise sind. 😉

Die Erarbeitung von Unterrichtsideen zum Thema „Maria“ ist nicht gerade eine Herzensangelegenheit von mir. Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde: Im Kreis meiner pfälzischen Kollegen besteht von Jahr zu Jahr die Verlegenheit, eine nicht ganz abgelutschte Weihnachtsveranstaltung als Lehrerfortbildung zu realisieren. Da meine Grundschüler und ich das Thema „Jesus“ aus der Perspektive seiner Jünger sehr lange bearbeitet hatten, hatte ich über die Mutter Jesu ein bischen Stoff in eine Geschichte gefasst (die allerdings erst mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel begann).

Da sich auch Katholiken in meiner Lerngruppe aufhalten, wollte ich ein protestantisch-aufgeklärtes „wir dekonstruieren das Maria-Mutter-Gottes-Bild“ vermeiden, aber gleichzeitig ehrlich und authentisch bleiben. An dieser Stelle liegt sozusagen meine persönliche Anforderungssituation als Theologe und kirchlicher Mitarbeiter. Anders ausgedrückt: Bisher dachte ich, dass es im Grunde nur einen großen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten gäbe (→Amtsverständnis), aber als mir mein katholischer Kollege aus der Südpfalz klar machte, was katholische Kirchenlehre bezüglich der Mutter Jesu ist, ähem … da kam mir eine ziemlich bizarre Unterrichtsidee für Sek II in den Sinn.

Der Plan

Mein Plan ist es, bis Herbst 2015 eine bzw drei weihnachtliche Unterrichtseinheiten zu entwickeln, bei der Maria, ihr Sohnemann, alles, was mit denen so zusammenhängt, und deren Nutzen für interessierte SchülerInnen die Hauptrollen spielen.

Zur Zeit bin ich noch schwer am Recherchieren und Forschen. Meine Hauptquellen sind zZ das von Manfred Spieß empfohlene Heft „Maria“ aus der Zeitschrift „Bibel und Kirche“ und das Büchlein „Mutter Mirjam“ von Schalom ben Chorin. Kann gut sein, dass das eine oder andere informative oder inspirative Werk noch hinzukommt.
Wenn Ihr dazu Vorschläge habt, schreibt sie bitte unten in den Kommentar.

Parallel zu diesen Recherchen ging aus Gesprächen mit Kollegen ein paar Einsichten hervor:

  • Eine theologisch saubere Weihnachtseinheit mit Maria in einer Hauptrolle sollte in allen Schulstufen den Sohn Gottes als Mittelpunkt haben: Durch ihn erhält Maria ihre Bedeutung, und nicht sie, sondern er kam an Weihnachten auf die Welt.
  • Sinnvoll ist es, bei diesem (gemeinsamen) theologischen Fokus drei komplett verschiedene Unterrichtskonzepte zu entwickeln – für die Klassen 3-6; 7-10; 11-ins hohe Alter.

Ressourcen und Ideen

Um mir selber und allen Interessierten einen Überblick zu verschaffen, sammle ich die mit unterschiedlichen Werkzeugen begonnen Einzelteile in einer Pearltrees-Kollektion, die wiederum auf dieser WordPress-Seite eingebettet ist.

Darüber hinaus gibt es nur einige Ideen/Notizen:

Hermeneutischer Ansatz

Was das bedeutet: Himmel und Erde berühren sich

Ziel (daraus soll mal eine Kompetenz formuliert werden):

Christen feiern an Weihnachten die Geburt eines besonderen, göttlichen Menschen. Wie man sich diese Besonderheit vorstellen kann und wie es zu dieser besonderen Geburt kam, sollen die Sch. ihrem Alters-/Bildungs-/Erkenntnisstand entsprechend darstellen können. Dabei wird ein besonderer Augenmerk auf die Mutter Jesu gelegt.

Klasse 3-6:

Das kennen die meisten Kinder: (Pseudo)Religiöse Tradition, Krippenfiguren, ggf Motive der „Jungfrau Maria“: Ausgehend von der Engelsverkündigung an Maria nach dem LK-Evangelium forschen Kinder in der Weihnachtsgeschichte: Worum geht es? Weshalb der ganze Aufwand der heiligen Familie? Und warum ist diese Familie mit Josef und Maria so heilig?

Klasse 7-10

Uneheliche/ungeplante Kinder … Der Innenansicht der „unbefleckten“ Geburt entspricht die Schwangerschaft als Ergebnis einer Affäre … als  Idee eines Filmprojekts: Die Weihnachtsgeschichte wird DSDS-mäßig so erzählt, dass am Ende die Geburt des Gottessohnes glaubhaft rüber kommt. – Wie schafft man es filmpädagogisch, dass die Sch bei dem ganzen Schlampengezicke das Ziel der Gottessohnsgeburt nicht aus den Augen verlieren? — inwiefern kann man Jesus als Gottessohn/göttlichen Menschen ansehen, dessen Geburt gefeiert wird? Inwiefern kann man von Jungfrauengeburt sprechen?

Klasse 11-unendlich

Marienbilder / Marienmotive aus der christlichen Tradition  in kritischer Reflexion (Jungfrauengeburt, Josefsehe, Frauenbild – Maria vs Eva vs Lilith, usf). Theologische Exegese, religionsgeschichtliche Vergleiche, Einstieg mit Amphitryon? Spielidee: Textadventure „Christologische Ansprüche an Maria und der harte Weg ihrer Umsetzung im biblischen Alltag: Marias steiniger Weg zur Gottesmutter“ –> Selbst verfasste Weihnachtsgeschichte, die erklärt, wie die Sch. die Gottessohnschaft Jesu und die Rolle der Maria verstehen

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